Neues Messgerät zur Erfassung der Kolmation entwickelt, das Kolmameter®

Kolmation ist in Zusammenhang mit der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie ein zentrales Thema.

 

Durch die Verstopfung der Kies- und Sandlückensysteme, der „Hyporheischen Zone“, werden in Bereichen mit Feinsedimentbelastungen aus landwirtschaftlichen Flächen und Abwassersystemen die Lebens- und Entwicklungslebensräume von Fischen, des Makrozoobenthos und der Mesofauna gestört. Es kommt dann nicht zum Nachweis des guten ökologischen Zustandes, obwohl möglicherweise viel Energie und Geld für Gewässerrenaturierungen eingesetzt wurde.

 

Dringend benötigt wird eine Messmethode, die den Genauigkeitsansprüchen einer zielgerichteten Planung zur Eindämmung der Kolmation entspricht. Die bisher verfügbaren Methoden liefern meist subjektive und wenig reproduzierbare, vor allem aber keine quantitativen Ergebnisse. Andere Verfahren sind sehr aufwendig und schädigen den Gewässergrund. Das ideale Kolmationsmessgerät ist mobil und universell einsetzbar, ist minimalinvasiv und liefert quantitative und reproduzierbare Daten.

 

Den beiden Wissenschaftlern PD Dr. Hans Jürgen Hahn und Prof. Dr. Thomas Zumbroich ist es nun gelungen, ein Messgerät zu entwickeln, das die Durchströmbarkeit von Gewässersedimenten und damit den Grad der Kolmation ermittelt – das Kolmameter nach Hahn und Zumbroich.

 

Es ist in nahezu allen Gewässertypen anwendbar. Aufgrund seiner einfachen Handhabung und des geringen Gewichtes sind umfangreiche Probereihen entlang ganzer Gewässerverläufe und damit das Aufspüren von Eintragsschwerpunkten möglich.

 

Es ist zu erwarten, dass nunmehr auch dreidimensional darstellbare Informationen zur Durchströmbarkeit der Sedimentkörpern gewonnen werden können – damit eröffnen sich auch neue Untersuchungsmöglichkeiten auf Mikrohabitatebene. Die Liste der Fragestellungen lässt sich nahezu beliebig erweitern.

 

Sauberer Kies

Stark kolmatierter Kies